Montag, 3. Dezember 2007

Review: Beowulf in 3D


Über den Film:
Die Geschichte von Beowulf ist keine leicht verdauliche Mainstream-Kost. Stellenweise sind die Motivationen der Charaktere schwer nachvollziehbar oder völlig unbekannt. Die Story macht in der Mitte plötzlich einen großen Sprung und am Ende scheinen alle gesponnen Stränge nicht ganz auf zu gehen. Da hat sicher jemand mit dem Rotstift gewütet und die Sage auf die allernötigsten Eckpfeiler reduziert. Das sind in meinen Augen gleichzeitig Schwächen aber auf eine merkwürdige Art und Weise auch Stärken des Filmes: Speziell Beowulf ist ein interessanter Charakter, der etwas mehr Tiefe erkennen lässt, als beispielsweise König Leonidas in 300. Ich bin davon überzeugt, dass es vielen Zuschauern schwer fällt, zu verstehen, worum es in dieser Geschichte eigentlich geht. Was er aus diesem Film mitnimmt, hängt vor allem vom Zuschauer ab und vielleicht hat der Film Ebenen, die wiederum mir entgangen sind, weil ich dazu keinen Bezug habe. Es gibt keine mundgerecht servierte Botschaft und damit konnte ich persönlich sehr gut leben.

Für mich war es eine Geschichte über Heldentum und Schwäche. Gibt es soetwas wie Helden, oder sind die Helden die wir verehren nur glorifizierte Idealbilder deren lebendige Gegenstücke trotz ihrer berühmten Taten innerlich genauso schwach oder in manchen Dingen noch schwächer sein können als wir selbst? Was ist ein Held? Beowulf ist ein mutiger, staker, entschlossener Mann, gleichermaßen kann er jedoch überheblich, gierig und leicht zu verführen sein. Im entscheidenden Moment beweist er jedoch wahren Mut und Aufopferung und das ist es, was ihn in Wirklichkeit zu einem Held macht, nicht seine körperliche Kraft, nicht seine laute Stimme.

"Beowulf" ist ein zumindest empfehlenswerter Film, der bei inhaltlichem Mißfallen gerade noch genug Action mitbringt, um zu unterhalten. Irritiert haben mich eigentlich nur seine etwas unschlüssige Story und Charaktere. Wenn ich so überlege, wäre es mir lieber gewesen, "Beowulf" wäre ein Realfilm gedreht worden. Die Charaktere hätten sich dadurch wahrscheinlich einen Tick echter angefühlt.


Über die 3D-Technik:
Wahrscheinlich war Robert Zemeckis Interesse an der 3D-Technik ein Faktor, weshalb der Film im Computer animiert wurde. "Beowulf" war für mich aber leider ein weiterer Beweis, dass 3D nur ein Gimmick sein sollte. Warum?

1. Es funktioniert einfach nicht so gut, wie es sollte: Bis zum Schluss konnte ich mich nicht wirklich daran gewöhnen. An Kanten mit hohem Kontrast konnte ich störende doppelte Ränder erkennen und am Ende des Filmes schmerzten meine Augen und mein Kopf leicht. Sicher: Gerade in abendteuerlichen Actionszenen macht der 3D-Effekt Spaß und kann sehr mitreißend sein, im Rest des Filmes fand ich den Effekt jedoch öfter ablenkend als begeisternd. Möglicherweise war die IMAX-Vorführung auch nicht perfekt kalibriert aber ich hatte dieses Gefühl der Ermüdung schon bei mehreren 3D-Filmen.

2. Das Bild wird beeinträchtigt: Abgesehen davon, dass das Bild nicht wirklich scharf war, zumindest nicht so, wie ich das von Digitalkino kenne, nehmen die Polarisationsbrillen sichtbar Licht weg, was dazu führt, dass das Bild dunkler und kontrastärmer wird. Als ich zuhause angekommen war, schaute ich nocheinmal den Trailer in 1080p auf meinem Monitor an und war von der Schärfe, dem Kontrast und den Farben mehr begeistert als im Kino!

3. Der Wow-Effekt lässt schnell nach: Stellenweise gelang es mir, mich ausschließlich auf die Geschichte zu konzentrieren und den 3D-Effekt zu vergessen. Der Showdown war in 3D ein Hammer aber wenn ich jetzt an den Film zurückdenke, habe ich ihn nicht anders in Erinnerung als alle anderen Filme, die ich ja bis jetzt in 2D gesehen habe. Es würde mich interessieren, was für eine Meinung die Kinogänger im Durchschnitt zu der Technik haben. Derzeit zieht es viele Menschen an, weil es neu ist. Es ist aber sehr fraglich, ob 3D noch Menschen in die Kinos locken wird, wenn das Publikum es schon ein paar mal erlebt hat.

Um ganz ehrlich zu sein: Ich glaube ich ziehe 2D vor, so lange es keine bessere Technologie für 3D gibt. Ich werde dem Konzept sicher noch mindestens einmal eine Chance geben, weil ich gerne noch einen real-Spielfilm sehen würde. Jeder sollte das natürlich für sich selbst entscheiden. Aber im Moment habe ich das Gefühl, dass man einfach noch zu viele Abstriche machen muss, die die Vorteile überschatten. Wenn ich mal "im Film drin" bin und mich die Geschichte mitreißt, dann wird es in meinem Kopf ja ohnehin "echt", wieso muss es also 3D sein?

Donnerstag, 29. November 2007

Honours Work erfolgreich abgegeben

Die Präsentation meiner Arbeit ist, so weit ich das beurteilen kann, sehr gut gelaufen. Die 30 Minuten reichten kaum aus, um einen Überblick über die Materie zu ermöglichen. Im Februar bekomme ich dann das Ergebnis.

Somit bin ich jetzt so zu sagen wieder frei. Belastend wars zeitweise schon, aber im Endeffekt hab ich nie daran gezweifelt, dass ich die Arbeit gut abschließen werde, so überheblich das vielleicht auch klingt.

Auf zu neuen Ufern!

Dienstag, 20. November 2007

Adverterrorisement



Das Video sollte für sich selbst sprechen. Es ist einer der wenigen meiner Filme, die ich als "Kunst" bezeichnen würde. Mitunter ist es ein sehr "schwerer" Film, also nichts für Zwischedurch! Er enthält sehr verstörende Bilder und ist für mich auch heute noch nicht einfach anzuzschauen, obwohl ich ihn schon 2003 geschnitten habe.

Es würde mich freuen, wenn dieser Film weitergeleitet und diskutiert würde.

Dienstag, 13. November 2007

Star Wars - Collector´s Edition

Hierbei handelt es sich um die Dokumentation, die ich 2004 zusammen mit Gabriel Danis und Marcus Rieger im Diplomkurs gedreht habe. Ich denke gerne an die Stunden zurück, die ich für den Schnitt am Final Cut gesessen habe, natürlich mit meinen Freunden im Rücken, über jede inhaltliche Entscheidung diskutierend. Aus heutiger Sicht wirkt die Doku zwar ein kleines bisschen einseitig, anschauen kann ich mir den Film aber immer noch sehr gut. Ich schätze, das ist immer die ultimative Probe: Wenn man sich ein eigenes Werk nach Jahren wieder anschauen kann, ohne vor Scham im Stuhl zu versinken, dann hat man wohl was richtig gemacht.

Montag, 12. November 2007

Für alle, die noch tapfer genug sind, von Zeit zu Zeit auf meinem Blog vorbei zu schauen gibts jetzt eine Belohnung:



Dieses fiktive Portrait ist 2004 im Rahmen des Diplomkurses an der SAE Wien entstanden. Vor der Kamera sitzt Marcus Rieger, Gabriel Danis hat beim Licht geholfen. Das Portriat sollte man nicht zu ernst nehmen, aber ein Quäntchen Wahrheit ist schon drin.


Mehr Updates folgen bald.

Montag, 3. September 2007

IFA 2007

Hier ist ein Video von meinem diesjährigen IFA-Besuch (1. Sept. 2007).

Ich habs in sehr kurzer Zeit erstellt und gibt einen kurzen Überblick.

Wer will, kann hier auch eine 720p Version als WMV runterladen:

Freitag, 27. Juli 2007

Review: Pans Labyrinth

Pans Labyrinth ist einer jener Filme, die sich eher schwer in Genre-Schubladen zwängen lassen.
Man könnte sagen, dass es sich um ein Kriegsdrama handelt. Man läge aber auch nicht falsch, wenn man den Film als Märchen bezeichnen würde. Und gerade diese Eigenschaft ist Pans Labyrinths Stärke. Einige Szenen hinterließen mich geradezu sprachlos, weil ich kaum glauben konnte, was sich in diesem Film mitunter abspielt. Ich glaube, "dramatisches Abenteuer" würde den Film noch am treffendsten beschreiben. Oder doch "abenteuerliches Drama"?

Auch wenn das auf jeden Film zutrifft, in diesem Fall kann ich nur darauf hinweisen, dass man ihn gesehen haben muss, um sich ein Bild davon machen zu können. Mir hat er als Ganzes betrachtet gefallen.

Eines muss ich noch unbedingt unterstreichen: Pans Labyrinth ist definitiv kein Film für Kinder!